Nominierungen stehen fest

Deutscher Kurzfilmpreis 2026

Jedes Jahr zeichnet die Bundesregierung herausragende Leistungen im Bereich des Kurzfilms mit dem Deutschen Kurzfilmpreis aus. Bereits die Nominierung ist mit einer Prämie verbunden. Jetzt hat Kulturstaatsminister Weimer die zwölf Nominierten für die diesjährige Ausgabe verkündet. Wer gewinnt, wird am 16. November 2026 bei der Preisverleihung in Hamburg bekanntgegeben.

Der Deutsche Kurzfilmpreis wird in sechs Kategorien vergeben. Zwei unabhängige Fachjurys haben die Nominierungen aus 239 Einreichungen vorgeschlagen. Nominiert für den Deutschen Kurzfilmpreis 2026 sind:

In der Kategorie Spielfilm bis 15 Minuten Laufzeit:


„INFLATABLE BEAR, HOURLY“

Herstellung: Kirill Krasovski, Elisabeth Werchosin, Roman Blatman
Federführung Produktion: Kirill Krasovski
Regie:  Elisabeth Werchosin
Drehbuch: Elisabeth Werchosin
Laufzeit: 12 Minuten

Bewertung der Jury:
„Eine junge Schauspielerin – und politische Exilantin – durchlebt in einem Bärenkostüm eine surreale Odyssee in den sozialistisch geprägten Randbezirken von Berlin. Auf einer chaotischen Geburtstagsparty mischen sich Humor, Tragik und Erinnerungen an eine verlorene Heimat.“

„YOU JIAN CHUI YAN - A SOIL A CULTURE A RIVER A PEOPLE“

Herstellung: Viv Li, Julian Schwandner, Marc Goyens, Carlotta Cornehl
Federführung Produktion: Viv Li, Julian Schwandner
Regie: Viv Li
Drehbuch: Viv Li
Laufzeit: 14 Minuten

Bewertung der Jury:
„In einer dystopischen Replica von Hannover verschwimmen für Bürger Yu Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft. Viv Li erzählt poetisch und beunruhigend von Fremdsein und Zugehörigkeit. Und einer Welt, deren Grenzen erschreckend vertraut erscheinen.“

In der Kategorie Spielfilm von mehr als 15 Minuten bis 30 Minuten Laufzeit:


„BAD LUCK“

Herstellung: tanzbar_bremen e.V. (vertreten durch Corinna Mindt), Jan Eilhardt
Federführung Produktion: Jan Eilhardt
Regie: Jan Eilhardt
Drehbuch: Jan Eilhardt
Laufzeit: 18 Minuten

Bewertung der Jury:
„Eine Ode an die Schönheit der Vielfalt mit einem bestens aufgelegten Ensemble, das mit feinem Humor, großem Ernst und tänzerischer Leichtigkeit Konflikte rund um Selbstbestimmung, Inklusion und die Suche nach kollektiven Lösungen verhandelt.“

„BLEIFREI 95“

Herstellung: Hans Broich, Felix Leitner, Emma Hütt, Tina Muffler
Federführung Produktion: Hans Broich
Regie: Emma Hütt, Tina Muffler
Drehbuch: Emma Hütt, Tina Muffler
Laufzeit: 24 Minuten

Bewertung der Jury:
„Bleifrei 95 erzählt mit großer Energie und einem feinen Gespür für Atmosphäre von drei befreundeten Personen zwischen alten Verletzungen, Begehren und den Rissen ihrer Freundschaft. Ein mutiger, sinnlicher Film über queere Räume, Nähe und die Fragilität einer Freundschaft in Bewegung.“

„HARIKA“

Herstellung: Hochschule Mainz
Federführung Produktion: Sophie Beckmann, Beran Ergün
Regie: Beran Ergün
Drehbuch: Beran Ergün
Laufzeit: 29 Minuten

Bewertung der Jury:
„Ein Streich mit Wasserballons, zwei Kinder, ein Chihuahua und ein Boxstudiobesitzer: Was an einer Straßenkreuzung seinen Anfang nimmt, zieht in einer Kleinstadt immer weitere Kreise – und wird zum Porträt des Miteinanders. Dokumentarische Authentizität trifft auf die Magie inszenierter Bilder – meisterhaft in Szene gesetzt.“

„SATURNIA“

Herstellung: Tatjana Moutchnik
Federführung Produktion: Tatjana Moutchnik
Regie: Tatjana Moutchnik
Drehbuch: Geoffroy Grison, Tatjana Moutchnik
Laufzeit: 20 Minuten

Bewertung der Jury:
„Subtil und fesselnd lädt uns die Regisseurin in die Welt des jungen Yona ein. Alle, die zuschauen, können auf der Suche nach einem strahlenden, leuchtenden Wunder vollständig in diese Welt eintauchen. Kino pur!“

In der Kategorie Animationsfilm bis 30 Minuten Laufzeit:


„LIQUOR“

Herstellung: Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Federführung Produktion: Yi-Chen Huang
Regie: Yi-Chen Huang
Drehbuch: Yi-Chen Huang
Laufzeit: 4 Minuten

Bewertung der Jury:
„In kurzer Zeit verdichtet der Film die über lange Zeit gewachsene, komplexe Mutter-Tochter-Beziehung und macht die schwer greifbaren emotionalen und körperlichen Zustände sichtbar. Zwischen Sorge und Aggression, Nähe und Distanz eröffnet die poetische Bildsprache Raum für die vielschichtigen und widersprüchlichen Gefühle der Beziehung.“

„UNIDENTIFIZIERTE UNFLUGOBJEKTE (UUO)“

Herstellung: Karsten Matern
Federführung Produktion: Karsten Matern
Regie: Sasha Svirsky
Drehbuch: Sasha Svirsky
Laufzeit: 12 Minuten

Bewertung der Jury:
„Ein nüchtern-sachlicher Bericht eines Mitarbeiters einer zwecklosen Behörde, der zusehends auf absurde Irrwege stößt. Humorvoll, scharf und vielschichtig.“

In der Kategorie Experimentalfilm bis 30 Minuten Laufzeit:

„CIEL CASSÉ“

Herstellung: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin 
Federführung Produktion: Andreas Schmidt
Regie: Jozefien Van der Aelst
Drehbuch: Jozefien Van der Aelst
Laufzeit: 22 Minuten

Bewertung der Jury:
„Zwischen Fiktion und Dokumentation, Erinnerung und Realität, bietet uns ‚Ciel Cassé‘ eine märchenhafte Nachstellung der Unwetter, die im Juli 2021 den Osten Belgiens heimgesucht haben. Zusammen erleben wir erneut den Moment, in dem ihnen der Himmel auf den Kopf fiel.“

„THIS SUFFOCATING NOW“

Herstellung: Vika Kirchenbauer
Federführung Produktion: Vika Kirchenbauer
Regie: Vika Kirchenbauer
Drehbuch: Vika Kirchenbauer
Laufzeit: 16 Minuten

Bewertung der Jury:
„Der essayhafte, sowohl persönliche als auch höchstpolitische Film von Vika Kirchenbauer behandelt das erstickende Verhältnis, fast vollkommen von öffentlicher Kulturförderung, oder als verbeamtete Person, von einem Staat abhängig zu sein, mit dessen politischer Linie immer weniger Kongruenz besteht.“

In der Kategorie Dokumentarfilm bis 30 Minuten Laufzeit:

„CATACOMBS“

Herstellung: Shehab Fatoum
Federführung Produktion: Shehab Fatoum
Regie: Shehab Fatoum
Drehbuch: Shehab Fatoum
Laufzeit: 29 Minuten

Bewertung der Jury:
„Eine Frage eröffnet den Raum einer antiken Erzählung von Krieg, Heimat und Exil, doch statt Heldengeschichten zu wiederholen, richtet der Film seinen Blick auf die Nischen und Zwischenräume, auf flüchtige Bilder, Gesten, Geräusche und Landschaften, in denen das Vertraute fremd und das Fremde vertraut wird. ‚Was bedeutet Heimat?‘, ‚Was bedeutet Krieg?‘ – Catacombs beantwortet diese Fragen nicht, sondern öffnet mit präzisem Rhythmus, Poesie und politischer Haltung einen Erfahrungsraum.“

„HOW DO YOU SPELL THIS WORD?“

Herstellung: Yulia Lokshina
Federführung Produktion: Yulia Lokshina
Regie: Yulia Lokshina
Drehbuch: Yulia Lokshina
Laufzeit: 26 Minuten

Bewertung der Jury:
„Der Film betrachtet den mutigen Protest und Verrat an einer russischen Lehrerin für eine vielschichtige Reflexion über Macht und Politik. Durch Reenactment mit einer Berliner Schulklasse entsteht ein berührender Diskursraum über das Leben im Exil und den schmerzhaften Verlust von Heimat.“

Die Auszeichnung für den besten mittellangen Film von mehr als 30 Minuten bis 78 Minuten Laufzeit erhält der Film „NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE“ der Kunsthochschule für Medien Köln (Herstellung) von Jinhyun Kim (Regie, Federführung Produktion, Drehbuch). Weitere Nominierungen sind für diese Kategorie nicht vorgesehen.

Bewertung der Jury:
„Ein einfühlsamer Film über die ausschließende Charakteristik von Sprache und Intellekt, auf deren Grundlage wir unsere Gesellschaft konstruiert haben, die infolgedessen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen an Ränder drängt. Indem die Filmemacherin ihre Protagonisten konsequent nicht zeigt, fordert sie uns unaufdringlich dazu auf, Zeit mit ihnen zu verbringen und uns umfassend mit unserer eigenen Exklusion auseinanderzusetzen.“
 

Die diesjährige Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises findet am 16. November 2026 in Hamburg statt.

Der Deutsche Kurzfilmpreis ist die höchstdotierte Auszeichnung im Bereich des Kurzfilms in Deutschland. Der Gewinn ist mit einer Prämie von 30.000 Euro verknüpft. Bereits die Nominierung ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Prämie für den besten mittellangen Film beträgt 20.000 Euro. Die Nominierungsprämie wird im Falle der Auszeichnung auf die Prämie für den Deutschen Kurzfilmpreis angerechnet. Die Prämien sind jeweils für die Herstellung oder Entwicklung eines neuen Films mit künstlerischem Rang zu verwenden.

Wer sind die Mitglieder der Jurys 2026?

Cookies