Das ist die Shortlist

Deutscher Kurzfilmpreis 2026

Auch in diesem Jahr gibt es eine Shortlist für den Deutschen Kurzfilmpreis. Die beiden zuständigen Jurys haben aus den von Verbänden und Einrichtungen des deutschen Films vorgeschlagenen Filmen diejenigen Beiträge ausgewählt, die in die engere Auswahl kommen.

Lola-Trophäen stehen in einem Regal

In diesem Jahr wurden insgesamt 239 Filme für den Deutschen Kurzfilmpreis 2026 vorgeschlagen.

Quelle: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Mit der Shortlist des Deutschen Kurzfilmpreises würdigen die unabhängigen Jurys diejenigen eingereichten Filme, die aus ihrer Sicht eine besondere Aufmerksamkeit verdienen. Die Spielfilm-Jury hat ihre Shortlist aus 85 eingereichten Filmen ausgewählt. Die Jury für die Kategorien Animations-, Experimental-, Dokumentarfilm sowie für den Preis für den besten mittellangen Film (30 bis 78 Minuten) hat ihre Auswahl aus insgesamt 134 Einreichungen getroffen.

Erfahren Sie mehr über die Jurys 2026:
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Spielfilm bis 15 Minuten Laufzeit

TitelHerstellung, KoproduzierendeFederführung ProduktionRegie
BRAVE NEW PASTErik SchmittErik SchmittErik Schmitt
Bewertung der Jury:
„26 dokumentarische Bilder verwandeln sich in eine ebenso verblüffende wie hintersinnige filmische Fiktion: Brave New Past spielt virtuos mit Filmgeschichte, Materialität und der vermeintlichen Authentizität des Bildes. Mit großer Leichtigkeit und feinem Witz setzt Erik Schmitt KI als ästhetisches Werkzeug ein und macht sichtbar, dass die eigene filmische Biografie immer auch eine Fiktion ist.“
EROGENESISDeutsche Film- und Fernsehakademie BerlinClara PuhlmannXandra Popescu
Bewertung der Jury:
„Mutig, radikal und mit großer Lust an der Satire entwirft der Film eine ebenso absurde wie faszinierende Vision vom Überleben der Menschheit. Was wie ein aussichtsloses Experiment beginnt und immer wieder zu scheitern scheint, führt uns auf überraschenden Umwegen weiter, und gerade darin liegt seine Kraft.“
INFLATABLE BEAR, HOURLYKirill Krasovski, Elisabeth Werchosin, Roman BlatmanKirill KrasovskiElisabeth Werchosin
Bewertung der Jury:
„Eine junge Schauspielerin – und politische Exilantin – durchlebt in einem Bärenkostüm eine surreale Odyssee in den sozialistisch geprägten Randbezirken von Berlin. Auf einer chaotischen Geburtstagsparty mischen sich Humor, Tragik und Erinnerungen an eine verlorene Heimat.“
YOU JIAN CHUI YAN - A SOIL A CULTURE A RIVER A PEOPLEWeiran Li, Julian Schwandner, Marc Goyens, Carlotta CornehlJulian SchwandnerWeiran Li
Bewertung der Jury:
„In einer dystopischen Replica von Hannover verschwimmen für Bürger Yu Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft. Viv Li erzählt poetisch und beunruhigend von Fremdsein und Zugehörigkeit. Und einer Welt, deren Grenzen erschreckend vertraut erscheinen.“

Spielfilm ab 15 bis 30 Minuten Laufzeit

TitelHerstellung, KoproduzierendeFederführung ProduktionRegie
BAD LUCKCorinna Mindt, Jan EilhardtJan EilhardtJan Eilhardt
Bewertung der Jury:
„Eine Ode an die Schönheit der Vielfalt mit einem bestens aufgelegten Ensemble, das mit feinem Humor, großem Ernst und tänzerischer Leichtigkeit Konflikte rund um Selbstbestimmung, Inklusion und die Suche nach kollektiven Lösungen verhandelt.“
BLEIFREI 95Hans BroichHans BroichEmma Hütt, Tina Muffler
Bewertung der Jury:
„Bleifrei 95 erzählt mit großer Energie und einem feinen Gespür für Atmosphäre von drei befreundeten Personen zwischen alten Verletzungen, Begehren und den Rissen ihrer Freundschaft. Ein mutiger, sinnlicher Film über queere Räume, Nähe und die Fragilität einer Freundschaft in Bewegung.“
HARIKAHochschule MainzSophie Beckmann, Beran ErgünBeran Ergün
Bewertung der Jury:
„Ein Streich mit Wasserballons, zwei Kinder, ein Chihuahua und ein Boxstudiobesitzer: Was an einer Straßenkreuzung seinen Anfang nimmt, zieht in einer Kleinstadt immer weitere Kreise – und wird zum Porträt des Miteinanders. Dokumentarische Authentizität trifft auf die Magie inszenierter Bilder – meisterhaft in Szene gesetzt.“
MUDDY WATERSHochschule für Bildende Künste HamburgZhichao ZhuZhichao Zhu
Bewertung der Jury:
„Für einen alten Mann am Fluss in Ostchina kehren mit der Ankunft seiner Nichte alte Erinnerungen zurück. Persönliche Geschichten verbinden sich mit Mythen, Flussgeistern und den Spuren von Chinas Landreformen. Ein Film über Vergessen und Bewahren.“
SATURNIATatjana MoutchnikTatjana MoutchnikTatjana Moutchnik
Bewertung der Jury:
„Subtil und fesselnd lädt uns die Regisseurin in die Welt des jungen Yona ein. Alle, die zuschauen, können auf der Suche nach einem strahlenden, leuchtenden Wunder vollständig in diese Welt eintauchen. Kino pur!“
STATE OF LOWEST PROBABILITYWilly HansWilly HansWilly Hans
Bewertung der Jury:
„Zwischen Astrophysik, Sehnsucht und Fantasie lässt State of Lowest Probability die Zeit stillstehen und zugleich ins Unendliche wachsen. Willy Hans verwandelt das alltägliche Warten in eine leise Reise ins Unterbewusstsein – und schließlich in ein ganz eigenes Fantasia.“

Animationsfilme bis 30 Minuten Laufzeit

TitelHerstellung, KoproduzierendeFederführung ProduktionRegie
HOTEL OBLIQUEMerlin FlügelMerlin FlügelMerlin Flügel
Bewertung der Jury:
„Mit seiner minimalistischen Ästhetik und einer atmosphärischen Erzählweise setzt sich dieser animierte Kurzfilm mit dem Konzept des ‚goldenen Käfigs‘ auseinander und übt dabei subtile Kritik an der modernen Gesellschaft.“
IMMERHINOlaf Held, Jens RosemannOlaf HeldJens Rosemann, Olaf Held
Bewertung der Jury:
„Mit Humor und Schlichtheit führt uns der Animationsfilm ‚Immerhin‘ zu einer ganz einfachen Wahrheit zurück: In einer zusammenbrechenden Welt etwas zu gestalten ist vergeblich. In wenigen Gesten und kaum drei Minuten offenbart sich eine ganze Lebensphilosophie.“
LIQUORFilmuniversität Babelsberg KONRAD WOLFYi-Chen HuangYi-Chen Huang
Bewertung der Jury:
„In kurzer Zeit verdichtet der Film die über lange Zeit gewachsene, komplexe Mutter-Tochter-Beziehung und macht die schwer greifbaren emotionalen und körperlichen Zustände sichtbar. Zwischen Sorge und Aggression, Nähe und Distanz eröffnet die poetische Bildsprache Raum für die vielschichtigen und widersprüchlichen Gefühle der Beziehung.“
PLOOJon FrickeyJon FrickeyJon Frickey
Bewertung der Jury:
„Eine avantgardistische Animation, die Parallelwelten erkundet und dabei mathematische und existenzielle Themen in etwas zutiefst Menschliches, Nostalgisches und Poetisches verwandelt.“
UNIDENTIFIZIERTE UNFLUGOBJEKTE (UUO)Karsten Konrad MaternKarsten Konrad MaternAleksandr Svirskii
Bewertung der Jury:
„Ein nüchtern-sachlicher Bericht eines Mitarbeiters einer zwecklosen Behörde, der zusehends auf absurde Irrwege stößt. Humorvoll, scharf und vielschichtig.“

Experimentalfilme bis 30 Minuten Laufzeit

TitelHerstellung, KoproduzierendeFederführung ProduktionRegie
CIEL CASSÉDeutsche Film- und Fernsehakademie BerlinWalt BladtJozefien Van der Aelst
Bewertung der Jury:
„Zwischen Fiktion und Dokumentation, Erinnerung und Realität, bietet uns ‚Ciel Cassé‘ eine märchenhafte Nachstellung der Unwetter, die im Juli 2021 den Osten Belgiens heimgesucht haben. Zusammen erleben wir erneut den Moment, in dem ihnen der Himmel auf den Kopf fiel.“
I CAN’T THINK OF ANYTHING RIGHT NOWFilmakademie Baden-Württemberg, Constanza SchmidtHussen IbraheemHussen Ibraheem
Bewertung der Jury:
„Der Film nimmt uns mit in eine andere Welt, in der der Ich-Erzähler durch ein Versehen landet. Um zurückzukehren, muss er seine Erinnerungen zurücklassen. Mit großer Leichtigkeit, feinem Sinn für Humor und einem wachen Bewusstsein für das eigene Medium lässt der Film den Zuschauenden wehmütig durch eine poetische Bilderwelt gleiten, die ihre eigene Vergänglichkeit mitdenken lassen.“
KU YENDZA (TRAJECTORIES)Simon RittmeierSimon RittmeierSimon Rittmeier
Bewertung der Jury:
„Die rhythmische Aufschlüsselung der Transitphase eines Künstlers, der sich an einem neuen, fernen Ort durchs Leben jongliert. In den suchenden Beats, die der Film dokumentiert, liegt schmerzende Sehnsucht, aber auch tröstende und treibende Kraft.“
THIS SUFFOCATING NOWVika KirchenbauerVika KirchenbauerVika Kirchenbauer
Bewertung der Jury:
„Der essayhafte, sowohl persönliche als auch höchstpolitische Film von Vika Kirchenbauer behandelt das erstickende Verhältnis, fast vollkommen von öffentlicher Kulturförderung, oder als verbeamtete Person, von einem Staat abhängig zu sein, mit dessen politischer Linie immer weniger Kongruenz besteht.“
WARNUNGEN AN DIE FERNE ZUKUNFTJuliane Jaschnow, Stefanie Schroeder, Kathrin Lemcke (PARA Film)Kathrin Lemcke (PARA Film)Juliane Jaschnow, Stefanie Schroeder
Bewertung der Jury:
„Ein Film wie ein Dokument: präzise geordnet, wenn auch nicht lückenlos. Wie eine Stoffsammlung rund um die drängende Frage: Wohin mit dem Atommüll und wie sichert man so ein Lager für zukünftige Generationen, dass niemand zu Schaden kommt? Gleichzeitig kämpfen klimaaktivistische Personen mit Störaktionen um Gehör. Ein stillgelegter Atommeiler ist umgebaut zum Freizeitpark. Im Kettenkarussell dreht sich die kommende Generation im Kreis. Eine Spurensuche, wie unsere Zukunft aussehen soll, darf und überhaupt noch kann.“

Dokumentarfilme bis 30 Minuten Laufzeit

TitelHerstellung, KoproduzierendeFederführung ProduktionRegie
CATACOMBSShehab FatoumShehab FatoumShehab Fatoum
Bewertung der Jury:
„Eine Frage eröffnet den Raum einer antiken Erzählung von Krieg, Heimat und Exil, doch statt Heldengeschichten zu wiederholen, richtet der Film seinen Blick auf die Nischen und Zwischenräume, auf flüchtige Bilder, Gesten, Geräusche und Landschaften, in denen das Vertraute fremd und das Fremde vertraut wird. ‚Was bedeutet Heimat?‘, ‚Was bedeutet Krieg?‘ – Catacombs beantwortet diese Fragen nicht, sondern öffnet mit präzisem Rhythmus, Poesie und politischer Haltung einen Erfahrungsraum.“
DU SOLLTEST TRÄUMEN, DASS DU FLIEGSTHochschule für Bildende Künste HamburgLaura Elisabeth StaabLaura Elisabeth Staab
Bewertung der Jury:
„Der Film begleitet geflüchtete Menschen in einem Provisorium, in dem der ständige Ausnahmezustand längst zur schleichenden Normalität geworden ist. Mit großer Feinfühligkeit verdichten sich die alltäglichen Beobachtungen zu einer berührenden Würdigung von Hoffnungen, die sich selbst gegen die widrigsten Umstände behaupten.“
GARDEN OF EDIEKunsthochschule für Medien KölnMiri KlischatMiri Klischat
Bewertung der Jury:
„‚Es werde Licht‘: Mit selbstbewusster Geste beginnt der Film mit nichts Geringerem als der Erschaffung der Welt, um den Ursprungsmythos im selben Atemzug zu dekonstruieren. Dabei entstehen Räume: für die eigene Perspektive der Autorin Edie Montana, auf ihren Körper und ihr Begehren, ihre Arbeit als Sexarbeiterin und für ihren Blick auf den Blick der anderen. Entstanden ist eine kraftvolle Gesamtkomposition, getragen von einer eindringlichen visuellen Sprache, die selbst von Worten gehalten wird.“
HELLO NEW BODY, HOW ARE YOU TODAY?Yan SchoenefeldDaniel Morais dos Santos BrussLaura Kansy
Bewertung der Jury:
„Mittels eines tief berührenden filmischen Tagebuchs begleiten wir die an ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) erkrankte junge Filmemacherin Laura Kansy über den Krankheitsverlaufs eines Jahres. Der autobiographische Dokumentarfilm verleiht Kraft, Mut und Hoffnung, selbst gegen die widrigsten Umstände zu kämpfen.“
HOW DO YOU SPELL THIS WORD?Yulia LikshinaYulia LikshinaYulia Likshina
Bewertung der Jury:
„Der Film betrachtet den mutigen Protest und Verrat an einer russischen Lehrerin für eine vielschichtige Reflexion über Macht und Politik. Durch Reenactment mit einer Berliner Schulklasse entsteht ein berührender Diskursraum über das Leben im Exil und den schmerzhaften Verlust von Heimat.“

Mittellanger Film von 30 bis 78 Minuten Laufzeit

TitelHerstellung, KoproduzierendeFederführung ProduktionRegie
DRESSING UP TOGETHERElly JarvisRebecca FuxenLilli Strakerjahn, Elly Jarvis
Bewertung der Jury:
„Ein intimer Dokumentarfilm über die Begegnung zwischen Elly und ihrem Großvater, der sich mit der unterschiedlichen Interpretation des Begriffs Queerness durch verschiedene Generationen auseinandersetzt.“
HAY UN DOLORDeutsche Film- und Fernsehakademie BerlinAndreas LouisFroilán Urzagasti
Bewertung der Jury:
„In den Kulissen einer Stadt treffen Menschen aufeinander, deren Herkunftsländer nur noch in Träumen erscheinen. Zwischen Schattenarbeit, verschobenen Zeiten und Bahnsteigen entstehen ständig neue Konstellationen, die paradoxerweise einen ‚Ort des Nicht-Orts‘ schaffen, an dem sich soziale Wärme in einer atomisierten Gesellschaft neu bildet.“
NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONEKunsthochschule für Medien KölnJinhyun KimJinhyun Kim
Bewertung der Jury:
„Ein einfühlsamer Film über die ausschließende Charakteristik von Sprache und Intellekt, auf deren Grundlage wir unsere Gesellschaft konstruiert haben, die infolgedessen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen an Ränder drängt. Indem die Filmemacherin ihre Protagonisten konsequent nicht zeigt, fordert sie uns unaufdringlich dazu auf, Zeit mit ihnen zu verbringen und uns umfassend mit unserer eigenen Exklusion auseinanderzusetzen.“

Welche Filme im Anschluss eine Nominierung für den Deutschen Kurzfilmpreis 2026 erhalten, wird in Kürze bekanntgegeben. Die diesjährige Preisverleihung findet am 16. November 2026 in Hamburg statt.

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